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Hinter den Kulissen: Farben lassen Rembrandt leuchten

Der Ausstellungsaufbau für die Sonderausstellung „Inside Rembrandt 1606-1669“ schreitet voran, die Wände sind eingezogen und die Maler*innen können sich an ihr Werk machen. Doch in welcher Farbe sollen die Räume und einzelnen Sektionen gestrichen werden? Bordeauxrot, Senfgelb oder Mitternachtsblau? Vielleicht auch in einem schlichten Weiß?

Die Frage der Farbwahl stellt sich nicht nur denjenigen, die ihre vier Wände einrichten, sondern auch Kurator*innen, wenn sie ihre Ausstellungen konzipieren. Dabei kommt der farblichen Gestaltung von Ausstellungsräumen eine gewichtige Bedeutung zu. Der Farbton soll die Exponate bestmöglich zur Geltung bringen und ein harmonisches Ganzes schaffen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Zudem haben Farben für das Ausstellungskonzept häufig auch sehr praktische Funktionen. Sie leiten die Besucher*innen, setzten Zäsuren oder vermitteln zwischen den einzelnen Abschnitten.

Kein White Cube für Rembrandt.

Entgegen der Annahme, ein weißer Grund wirke neutral, ist die helle Wandfarbe für frühneuzeitliche Gemälde wenig schmeichelhaft, da sie die Lichtführung innerhalb der Gemälde überstrahlt. Und gerade bei Rembrandt, dessen meisterhafte Lichtregie bis heute fasziniert, würde ein Weißton das innere Leuchten der Bilder ersticken. Damit ist klar: Der White Cube, der in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts aufkam und heute als Ausstellungskonzept für zeitgenössische Kunst allgegenwertig ist, kommt für Rembrandt nicht in Frage, vielmehr muss die Farbpalette geweitet werden.

Schaut man sich in anderen Museen um, wird deutlich, dass sich bestimmte Konventionen hinsichtlich der Farbgestaltung herausgebildet und unsere Sehgewohnheiten gefestigt haben. So hängen die alten Meister in Gemäldegalerien häufig auf tiefen Farbtönen, Pastell indes findet sich in der Regel erst ab dem Rokoko wieder.

Für welche Farbe(n) sich unsere Kuratorin Dr. Anja Sevcik entschieden hat, ist ab dem 1. November zu sehen…

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