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„Fließende Übergänge“ Nicole Miller zur Architektur von „Inside Rembrandt“

Vier Fragen an Nicole Miller, Ausstellungsarchitektin der großen Sonderschau Inside Rembrandt 1606-1669.

Photo: Stephanie Kunde 

Nicole Miller entwickelt Raumkonzepte und Architekturen für museale Ausstellungen. In der Vergangenheit war Sie bereits für größere Institutionen wie etwa den Hamburger Bahnhof in Berlin und für die Bundeskunsthalle in Bonn tätig. Nach der Ausstellung Der Mond im Jahr 2009 unterstützt sie nun zum zweiten Mal das Wallraf.

In den letzten Monaten entstand in enger Absprache mit unserer Kuratorin Dr. Anja Sevcik eine Ausstellungsarchitektur, die sowohl dem inhaltlichen Konzept als auch den ästhetischen wie praktischen Anforderungen von Inside Rembrandt Rechnung trägt.

Wie haben Sie begonnen, die Architektur für Rembrandt zu planen? Was war Ihr Anliegen?

Nicole Miller: Der gedankliche Ausgangspunkt der Planung war eng verknüpft mit der inhaltlichen Einteilung der Ausstellung in fünf Akte. Zudem bestand der Wunsch der Kuratorin, die Hauptwerke zwar von Beginn an sichtbar zu machen, sie dabei aber nicht direkt eingangs vorweg zu nehmen. Die wabenartige Struktur der Ausstellungsarchitektur, für die ich mich entschieden habe, folgt der Idee eines Rundgangs, der sich von dem bestehenden, sehr strikten Grundriss des Hauses weitestgehend löst. Ziel war es zudem, die fünf Akte in Kabinetten räumlich klar zu definieren, jedoch auch fließende Übergänge und wiederkehrende Durchblicke zwischen den Akten zu erzeugen und so ein vergleichendes Betrachten zu ermöglichen.

Was für eine Stimmung möchten Sie in dem Ausstellungsraum schaffen?

N. M.: Eine unaufgeregte, ruhige Atmosphäre möchte ich durch die Gestaltung erwirken.

Und generell: Was kann eine gute Ausstellungsarchitektur bewirken?

N. M.: Sie kann die Wahrnehmung der Besucher*innen in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Eine gute Architektur kann der Ausstellung räumliche und inhaltliche Struktur verleihen, sie kann die Menschen ihrer Intuition entsprechend durch den Ausstellungsverlauf leiten und eine bestimmte Atmosphäre erzeugen. Aber nicht nur das Design spielt eine Rolle in der Wahrnehmung. Auch die Wandfarbe, die Beleuchtung sowie mediale und grafische Elemente, mitunter Gerüche, werden Teil der Gesamtinszenierung.

Zu guter Letzt: Auf welches Werk freuen Sie sich besonders?

N. M.: Auf eines der Highlights: Der Gelehrte im Studierzimmer aus der Nationalgalerie Prag.

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