Auf Rembrandts SpurenBlogStartUncategorized

Amsterdam legt vor

In den Niederlanden hat das Rembrandt-Jahr schon gleich mit mehreren Highlights begonnen. Vor allem Amsterdam, die Rembrandt-Stadt schlechthin, sorgt für einen gelungenen Einstieg ins Rembrandt-Jahr 2019.

In aller Munde ist da natürlich die große „All the Rembrandts“-Schau im Rijksmuseum, die mit einer Fülle an originalen Arbeiten des Meisters aufwartet. Besonders beeindruckend ist, dass hier die gesamte Spannbreite an Motiven, Techniken und Stilphasen erfahrbar wird. Sonst eher ungewöhnlich: Hier stehen weniger die großen Ölgemälde, als eher die selten gezeigten Skizzen, Zeichnungen und Drucke im Zentrum der Aufmerksamkeit. Da diese teils sehr kleinformatig sind, lohnt es sich früh aufzustehen. Morgens um neun ist die Ausstellung noch relativ leer und ihr könnt auch die kleinsten Kunstwerke in Ruhe betrachten – sie sind es wert! Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. Juli 2019. Und da es dann weitergeht mit der Hommage-Schau „Long Live Rembrandt“, sind die Originale dort kurzfristig verwaist. Deshalb konnte es unsere Kuratorin Anja K. Sevcik erreichen, eines von Rembrandts ausdrucksstarken Porträts für „Inside Rembrandt · 1606-1669“ zu gewinnen.

 

Das Rijksmuseum in Amsterdam mit den Werbebannern für die Ausstellung „All the Rembrandts“.

 

Außerhalb des Sonderausstellungsbereichs wartet im Rijksmuseum zudem das bekannteste von Rembrandts Gemälden: „Die Nachtwache“. Noch kann das Gemälde aus relativ geringem Abstand betrachtet werden – gesetzt dem Fall, man kämpft sich durch die Besuchermassen und den Handy-Wald, der sich davor aufbäumt. Ab Juli 2019 startet dann eine der größten Restaurierungsaktionen überhaupt: „Die Nachtwache“ wird öffentlich in den Galerieräumen vom Schmutz der vergangenen Jahrhunderte befreit – und jeder kann dabei zuschauen. Jeder? Ja! Denn die ganze Aktion wird auch online übertragen.

Dieses Konzept geht in keinem anderen Museum auf – es fehlt einfach die Fülle an Originalen im eigenen Bestand. Dafür können in anderen Häusern einzelne Aspekte näher beleuchtet werden. Das Museum Het Rembrandthuis rückt aktuell beispielsweise die Menschen hinter Rembrandt in den Fokus. Auftraggeber, Mäzene, Künstlerfreunde werden vorgestellt und die Rolle seiner Frauen und der Familie näher beleuchtet. „Rembrandt’s Social Network“ kann – ohne die langen Warteschlangen des Rijksmuseums – noch bis zum 19. Mai in Rembrandts ehemaligem Wohnhaus besichtigt werden. „Inside Rembrandt · 1606-1669“ greift einige der dort vorgestellten Akteure ebenfalls auf und betrachtet sie im Rahmen von Rembrandts gelehrtem Umfeld. „Rembrandt’s Social Network“ bietet daher auch eine ausführliche Grundlage für unsere Ausstellung. Ab dem 7. Juni startet im Rembrandthaus dann die Ausstellung „Inspired by Rembrandt“. Diese Schau präsentiert Kunstwerke, die ganz direkt auf die Arbeiten Rembrandts zurückgehen. Auch bei uns wird es einen „Epilog“ geben, der diesen Aspekt aufgreift. Mehr darüber verrate ich euch bald in einem eigenen Beitrag.

Amsterdam hat gut vorgelegt. Aber: Challenge accepted! Wir werden mithalten und euch einen wiederum anderen, ergänzenden Einblick in Rembrandts Werk, seine Werkstatt und sein Umfeld bieten. Seid gespannt!

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